Flüchtlinge sind keine halben Kinder

Vor über 25 Jahren ist die Kinderrechtskonvention in Kraft getreten. In ihr steht, dass jedes Kind „Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge, die für sein Wohlergehen notwendig sind, auf bestmögliche Entwicklung und Entfaltung sowie auf die Wahrung seiner Interessen“ hat.
Dass Kinder und Jugendliche geschützt werden müssen, darin sind sich in Österreich alle einig. Doch noch immer können zahlreiche Kinder und Jugendliche, allen voran minderjährige Flüchtlinge, von vielen Grundrechten nur träumen. 

Durch diverse Rechtsverletzungen erhalten minderjährige Flüchtlinge weniger Betreuung, Bildung und auch Gesundheitsleistungen als vergleichbare österreichische Kinder.


Mit der Kampagne "KEINE HALBEN KINDER" machen mehr als 45 Organisationen aus dem Kinder- und Jugendbereich auf die Ungleichheiten aufmerksam und fordern dazu auf, die Kinder- und Jugendrechte für ALLE in Österreich lebenden Minderjährigen, unabhängig von Status, Religion, Herkunft und Geschlecht zu gewährleisten.


REALISTISCHE LEBENSPERSPEKTIVEN FÜR MINDERJÄHRIGE FLÜCHTLINGE!

Recht auf Schutz im Krieg und auf der Flucht

Durch die Flucht entwurzelt, ihres kindlichen Umfeldes und ihrer sozialen Beziehungen im Herkunftsland beraubt, wird ihnen das Fußfassen im Gastland erschwert. Mit überlangen Asylverfahren, die zwischen 6 Monaten und drei Jahren dauern, werden bei geflüchteten Kindern und Jugendlichen verschiedene Kinderrechte verletzt. 

Recht auf Betreuung und Schutz

Kinder und Jugendliche brauchen Betreuung, die ihre Bedürfnisse und Lebenssituationen in besonderem Maß berücksichtigen. Das „Wohl der Kinder“ steht im Mittelpunkt. Aktuell warten ca. 1400 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in großen Flüchtlingslagern der Bundesbetreuung auf eine entsprechende Betreuung. 


Recht auf Bildung und Ausbildung

Kindern und Jugendlichen muss mit geeigneten Bildungs-, Ausbildungs- und Integrationsmaßnahmen der Weg zu einem selbständigen Leben ermöglicht werden. 

Das Recht auf Bildung wird mündigen Kinderflüchtlingen, d.h. ab 14 Jahren, strukturell verwehrt. 

Recht auf Gesundheit, Partizipation, Teilhabe

Das Recht auf Gesundheit ist eng mit anderen grundlegenden Kinderrechten, wie dem Recht auf gesunde Ernährung verbunden. Unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen stehen rund 5,- Euro pro Tag für Lebensmittel zur Verfügung. Flüchtlingskinder haben kaum Zugang zu Dolmetschern, z.B. für Arztbesuche. 


Recht auf elterliche Fürsorge

Familienzusammenführungen finden nur für sehr wenige Flüchtlingskinder und unter sehr komplizierten Bedingungen statt. Eine Familienzusammenführung von subsidiär Schutzberechtigten ist seit 27. April 2016 erst nach Ablauf von 3 Jahren nach Zuerkennung des Status möglich (zuvor nach Ablauf von 1 Jahr).

Recht auf Gleichheit

Österreichische Kinder und Jugendliche besitzen der Jahreszeit entsprechende Kleidung. Sie nutzen ihr Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung. Sie schmieden Pläne für die Zukunft. Das ist ihr gutes Recht. Wir fordern, dass diese Kinder- und Jugendrechte für ALLE Minderjährigen gelten. Für eine gelingende Zukunft. 



Die Kampagne KEINE HALBEN KINDER wird initiiert von:

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Das Don Bosco Flüchtlingswerk ist eine Initiative von:


Die Kampagne wird von folgenden Initiativen und Organisationen mitgetragen und unterstützt: